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Mittwoch, 22. April 2020

Chef sein - Am Rand ist Dein Platz

Zieht man die Fußball-Struktur eins zu eins auf ein Unternehmen, wären die Fußballspieler, die Mitarbeiter, der Trainer der Chef, der Schiedsrichter die Regeln, die gegnerische Mannschaft, die Konkurrenz und die Zuschauer, die Kunden.


Risiken werden keine eingegangen, da das Fehler machen generell verpönt ist.

Jeder Spieler würde seinen Platz auf dem Spielfeld einnehmen und warten, bis der Ball vorbei rollt oder ihm an einer zuvor markierten Linie (Schnittstelle), übergeben wird. Auch er übergibt seinen Ball dem nächsten Mitspieler an seiner Grenzlinie, nicht davor, nicht danach. Jeder verteidigt seinen Raum, gibt es Unklarheiten oder soll ein längerer Pass geplant sein, muss der Chef vorher gefragt werden. Dieser Verlangt eine Skizze oder Präsentation um über den Zug entscheiden zu können und sich abzusichern. Ist der Ball abgegeben, hat man seinen Sold erledigt und kann sich entspannt zurücklehnen. Die Augen sind immer nur auf den linken und rechten Mitspieler gerichtet, was die anderen Kollegen machen, interessiert nicht. Es ist sehr ruhig auf dem Spielfeld, denn es wird kaum geredet. Emotionen sind tabu und viel mehr Informationen, als auf welches Tor geschossen werden soll, ist nicht bekannt. Risiken werden keine eingegangen, da das Fehler-machen generell verpönt ist.

Kommt einer in die unangenehme Position, ein Tor schießen zu müssen, gibt er davor lieber ab.

Ist ein Fehler passiert, wird öffentlich gerügt oder alles unter den Teppich gekehrt. Eigentlich ist es recht gemütlich in den jeweiligen abgesteckten Verantwortungsbereichen, würde da nicht ab und zu der Trainer vorbeigejoggt kommen, um „nach dem Rechten“ zu sehen und Präsenz zu zeigen. Kontrollieren wird er, ob jeder auch schön außer Atem und verschwitz ist. Jeder Mitspieler ist Profi darin, ihm dies glaubwürdig zu zeigen. Einzelne, ganz Ambitionierte, nutzen diese Gelegenheit, Teamgeist und Führungsqualitäten zu demonstrieren und rufen in seiner Gegenwart Mitspielern einen guten Rat oder einen Fehler den sie entdeckt haben zu.

Verletzt sich ein Kollege, wird sein Aufgabenfeld vom Chef gerecht auf alle anderen aufgeteilt was meist zu Unmut führt und das gesamte Konstrukt ins wackeln bringt.

Unser Chef, der Verschleißartikel…

Der Chef ist gar nicht gern gesehen. Keiner weiß so recht, für was es ihn überhaupt gibt. Braucht man ihn mal um sich vor Verantwortung zu drücken oder sich hinter ihm zu verstecken, ist er nicht da. Und wenn er mal auftaucht um zu kontrollieren, dann verändern sich alle Mitspieler und Imponiergehabe und Schuldzuweisungen jagen ihn davon.

Er ist Richter, Schlichter, Mitspieler, Entscheider…viel zu viel um lange durchhalten zu können. Darum ein Verschließartikel. Das wissen natürlich die Mitspieler und je geschickter sie sich anstellen, umso mehr haben auch sie die Möglichkeit, die Rolle des Chefs übernehmen zu dürfen. Dann haben sie es geschafft und dürfen die anderen kontrollieren….

Leicht überspitzt dargestellt und doch erschreckend oft anzutreffen.

Beobachten, hinterfragen, dazulernen.

Sich selbst, und sein Verhalten aus der Distanz zu betrachten kann Erstaunliches aufzeigen. Genauso wie das Vergleichen mit unterschiedlichen Strukturen. Fußball hat eine äußerst erfolgreiche Struktur und Rollenaufteilung über die Jahrzehnte aufgebaut. Warum also nicht Fußball zum Vorbild unserer Unternehmensorganisation nehmen und uns weiterentwickeln?

Ist das Team erfolgreich, würde gefeiert, ansonsten analysiert, gelernt und weitergeübt werden

Zieht man die Organisationsstruktur eines Fußballspiels eins zu eins auf ein Unternehmen, dann wäre allen Mitarbeitern das Ziel des Unternehmens klar. Alle hätten den Fokus immer am Erfolg (Ball), an den Unternehmenszahlen (Tor) und an der Konkurrenz (Gegenspieler). Es würde kommuniziert, um Hilfe gefragt, gelobt, gewarnt, mitgeteilt, es wäre richtig laut. Jeder würde versuchen, so viel wie möglich zu übernehmen und so gut wie nur möglich umzusetzen, bis es wirklich nicht mehr geht und er seine Kollegen zur Hilfe braucht. Er würde seine Augen immer auf das Team fokussiert haben und helfen wo er nur kann. Auf die Einrufe des Chefs- der am Rand steht-, würde gehört werden und versucht umzusetzen. Ist das Team erfolgreich, würde gefeiert, ansonsten analysiert, gelernt und weitergeübt werden. Jeder würde eigenverantwortlich und im Interesse des gesamten Unternehmens handeln.

Passieren Fehler, würden diese so kommuniziert, dass alle daraus lernen können und dieser Fehler nicht mehr passieren würden.

Es würde generell ein Klima der Risikobereitschaft und Mut herrschen. Teamkollegen würden sich bei Erfolgen feiern lassen, würden aber auch zu ihren Fehlern stehen.

Der Chef würde als Berater, Trainer und Coach eine wichtige Position einnehmen

Er wäre der Unterstützer seines Teams, aber arbeitet operativ nicht mit. Wäre er einmal einige Tage weg, würde das kaum auffallen. Er wäre ruhig und entspannt, jederzeit für alle ansprechbar. Er hätte das Spiel, seine Leute, die Konkurrenz, den Markt, die Regeln zu jederzeit im Auge.

Er würde die Stärken und Schwächen jedes einzelnen Mitarbeiters ganz genau kennen, und sie so einsetzen, dass sie sich individuell einbringen und entfalten können, sich aber auch weiter entwickeln können, wenn sie das möchten.

Abstand nehmen und vergleichen…

Heute mit dem Fußball, morgen mit dem Tierreich oder der Natur. Dazulernen. Weiterentwickeln.

Du bist nach wie vor zu sehr kontrollierender Chef? Einer der gerne von hinten gesehen wird? Du hast das Gefühl, dein Team kümmert sich mehr um sich selbst, als um das Unternehmen und seine Ziele?

Lerne vom Fußballtrainer: Am Rand ist sein Platz und nicht auf dem Spielfeld. Am Unternehmen muss deine Arbeit gemacht werden und nicht im Unternehmen.


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