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Mittwoch, 3. Juni 2020

Eine flache Treppe ist auch eine Treppe

Dass Ihre Sozal- und Fachkompetenz für ein Selbstorganisiertes Team fundamental wichtig ist, wissen viele nicht.

Anstatt sich also auf ihre wichtige neue Rolle vorzubereiten, halten viele krampfhaft an ihrer alten Machtstellung fest und erschweren die Transformation dadurch erheblich. 

In meinen Seminaren ist das zentrale Thema die Selbstorganisation.

Ob es um Mindsets, um Kommunikation, Mitarbeiterbindung, um Vision&Sinn oder um Veränderung/Transformation geht, alles stützt sich auf selbstorganisierte Teams die keiner Machthierarchie unterliegen, sondern die ganz natürlich selbst Kompetenzhierarchien aufbauen.

Und sehr oft, stelle ich fest, dass sich Geschäftsführer und Führungskräfte im herkömmlichen Sinne, mit der „Ausrede“ der flachen Hierarchie aus der Verantwortung stehlen: „Selbstorganisation brauchen wir nicht, wir haben schon flache Hierarchien.“

Flache Hierarchien sind der Gegenpol zu Selbstorganisation

So sind herkömmliche Unternehmen geprägt

Hierarchie bedeutet, dass eine Person über einer anderen Person steht und das Wort dieser Person mehr Macht hat. Wachsende Organisationen strukturieren sich durch Karrieretreppen, auch Karriereleitern genannt, die den Menschen als Motivation dienen und intern die Entscheidungsfindung vereinfachen soll. Je höher eine Person, umso mächtiger ist sie und umso mehr Gewicht hat diese Stimme. Eine Entscheidung dieses einen Menschen hat mehr Gewicht als alle Stimmen „unter“ ihm zusammen und kann, wenn falsch entschieden, für alle zu irreparablem Schaden führen. 

Das frustriert, demotiviert und stößt gute Mitarbeiter ab.

Das hat sich zum Glück geändert: Unwichtige Zwischentreppen wurden abgebaut, den Menschen mehr Verantwortung übertragen, sie involviert, befragt, Beratungsgremien gebildet und den Menschen das Gefühl gegeben, wichtig zu sein und etwas zu sagen zu haben. Im Zweifel jedoch, entscheidet immernoch der Chef.

Auch eine flache Treppe ist eine Treppe!

So sind zukünftige Organisationen geprägt

Doch was IST Selbstorganisation eigentlich?

Selbstorganisation in a nutshell

    • Jede Person kann jede Entscheidung treffen aber sie muss all diejenigen konsultieren, die von der Entscheidung betroffen sind. 

    • Je wichtiger die Entscheidung ist, desto mehr Menschen müssen sich beraten. 

    • Die Leute müssen nicht den Ratschlägen folgen, aber sie müssen sie ernsthaft in Erwägung ziehen. 

    • Der Konsultationsprozess ist entscheidend, um Vertrauen aufzubauen, ein Lernumfeld zu schaffen und eine „Blame – Kultur“ zu vermeiden. 

    • Es ist nicht immer einfach. Die Menschen brauchen besonders am Anfang Training und Coaching, um sich daran zu gewöhnen. 

    • Ein wichtiger Aspekt bei der Entscheidungsfindung ist, dass sie nicht auf die beste Entscheidung oder Lösung abzielen, sondern auf eine praktikable – eine, die gut ist, bis eine bessere gefunden wird. 

    • Die Idee ist es, viele kleine Entscheidungen schnell zu treffen und diese so schnell wie möglich umzusetzen.

Das bedeutet also:

Selbstorganisierte Teams entscheiden selbst. Schnell, einfach, unkompliziert, offen, transparent. Eine Entscheidung ist nicht in Stein gemeißelt, sondern nur so lange gut, bis eine bessere Entscheidung gefunden wurde.

Selbstorganisierte Teams kommunizieren mehr. Dazu dienen nicht langwierige Meetings die stundenlang dauern und in denen einer spricht und alle nicken sondern tägliche kurze ad hok Abstimmungen, wöchentliche Rückblicke, kritische Reflektionen, Kreativsessions, etc.

Selbstorganisierte Teams orientieren sich am Markt, nicht am Chef. Agil bedeutet schnell auf Veränderungen, Krisen, Schwankungen eingehen zu können und sich sofort neu aufzustellen um möglichst gestärkt aus der Veränderung hervorzukommen. Je länger ein Team agil funktioniert umso einfacher und leichter können sie sich reorganisieren. Das ist nicht Resilient, das ist nicht Risikomanagement, das ist das Gegenteil von Fragil – Antifragil vielleicht (nach N.N. Taleb) Beispiele gibt es vor allem in der Natur genug: Ein zusammengewachsener Knochen bricht niemals an der gleichen Stelle durch. Evolution: stirbt etwas aus, kommt an dessen Stelle etwas viel besseres, größeres zum Vorschein.

Selbstorganisiere Teams brauchen eine Führungskraft in neuer Rolle!

Anstatt zu delegieren, entscheiden, kontrollieren, motivieren und kritisieren, brauchen Teams vor allem eines, einen Raumgeber- und Raumhalter. Einer der kritische Fragen stellt ohne lenken zu wollen, einer der berädt, einer der BewusstSein entwickelt, einer der koordiniert, der Steine aus dem Weg räumt, der Schwierigkeiten sichtet und anspricht, einer der eine Infrastruktur schafft, damit sich das Team ungestört und einfach selbstorganisieren kann, einer der EGO- und Machtspielchen aufdeckt und eindämmt, einer der groß denkt, der den Markt im Blick hat und Menschen stärkt.

Führung von Selbstorganisierten Teams bedeutet

    • Meister der Beziehungsgestaltung zu sein

    • in Rollen zu denken

    • Macht und Verantwortung abzugeben

    • Verantwortung für Zahlen, Daten, Fakten in die Teams zu verlagern

    • die Potenziale Ihrer Mitarbeiter zu erkennen und zu entfalten 

    • im ständigen Austausch mit den Teams zu sein

    • ihre Kommunikation am Grad der Komplexität und Vielseitigkeit der jeweiligen Aufgabe zu variieren

Mein Team braucht mich nicht mehr. – Stimmt, dafür anders ums mehr.

Genauso, wie wir alles richtig gemacht haben, wenn uns unsere Kinder irgendwann nicht mehr brauchen.

Für wen ist SO geeignet?

Sie sind Führungskraft, Geschäftsführer, Gründer, Bereichsleiter, Temleiter und entweder körperlich und geistig schon längst oder mehr und mehr am Anschlag und Sie suchen nach Lösungen wie Sie Beruf und Familie/Hobby, ein gesundes Leben vereinbaren können.

Oder

Sie suchen nach zeitgemäßen Organisationsstrukturen, die Mensch, Umwelt und Unternehmenserfolg einschließen.

Und wie sehen erste Schritte dorthin aus?

Schon hier beginnt das neue Denken: Nachdem Sie herausgefunden haben, was SO bedeutet, kommt auch hier schon ihr Team ins Spiel. Denn die Transformation zur Selbstorganisation soll nicht Ihre Entscheidung sein, sondern Teamentscheidung. Wie das für Sie und Ihr Team aussieht, wie viel Zeit sie zur Transformation brauchen möchten, welche ersten Entwicklungsschritte sie angehen, mit welchen Themen sie beginnen werden, das sind bereits erste selbstgefundene Teamentscheidungen die gegenseitiges Vertrauen stärken und den Grundstein einer Lernkultur legen.

Aufregend!!!

Während Teams ausprobieren und für sich geeignete Routinen finden muss sich die Rolle der Führungskraft mit Hilfe eines Coaches weiterentwickeln. Nur bottom up funktioniert lange nicht, wenn nicht auch an der „Spitze“ gearbeitet wird.

Sollte dieses Thema für Sie spannend klingen, lade ich Sie herzlich ein zum Seminarabend für Führungskräfte: „Selbstorganisation: Neue Rollen für Führungskräfte“ ein.

    • Finden Sie für sich heraus ob, sie sich in dieser neuen Rolle wiederfinden

    • Lernen Sie Unternehmer kennen, die in selbstorganisierten Teams arbeiten

    • Erfahren Sie, erste mögliche Schritte für Sie und Ihr Team

    • Oder sanfte erste kleine Schrittchen die sie heute schon einleiten können

„Ich bin davon überzeugt, dass Menschen, die ihren Lebenssinn mit ihrer Arbeit verbinden können, zu tiefst erfüllt sind und zur Höchstleistung erblühen.“

Wir geben den Menschen Raum und die nötigen Tools um ihren Sinn mit ihrer Arbeit zu verbinden.

Dazu bieten wir Team-Workshops, Führungskräfte-Seminare und Hilfe zur Selbsthilfe an.