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Wednesday, March 10, 2021

Mitarbeiter her – egal wie! Das unschöne Erwachen unserer KMUs

Corona ändert gar nichts. Viele Branchen suchen mehr denn je verzweifelt Mitarbeiter und sind bereit tausende von Euros auszugeben – Besetzung, Nicht-Besetzung, Fehl-Besetzung unklar.

In diesem Blog zeigen wir, warum erfolgreiches Recruitment, mit Reflektion beginnt und warum der gewohnte Prozess „Personaleinstellen“ genauer unter die Lupe gehört.

Die Verzweiflung steigt

Wie viel kostet eine Stellenanzeige in der lokalen Tageszeitung? Ca. €2.000? Und eine bei Stepstone? €1.300€? Wie lange sitzt du als Geschäftsführer um dir die Bewerbungen durch zu sehen? Wie lange sitzt du, um allen eine „Dankeschön aber nein“ - Mail zu schreiben? Einige Stunden… Wer bewirbt sich auf deine Stellenausschreibung? Keine Top-Kandidaten dabei?

„Es gibt nichts gescheites mehr auf dem Markt." „Man muss nehmen was man bekommt." „Nur Schrott dabei!“ – Worte der Verzweiflung.

Der Arbeitsmarkt unterliegt einem stillen Wandel. Der Mittelstand erwacht langsam aus seinem liebgewonnenen Dornröschenschlaf. Corona hat die Uhr nach vorne gedreht. Es sieht nicht gut aus: Demografische Lücken, Generation-Gaps, Mitarbeitermarkt, globale Top-Arbeitgeber und eine rasant wachsende Comunity an Freelancern. Die jungen Menschen ziehen die Arbeitslosigkeit dem falschen Arbeitgeber vor. Freiheit steht über Geld. Damit kann der industriell geprägte Mittelstand nicht umgehen. Die Welt scheint sich auf den Kopf gestellt zu haben. 

Unsere KMUs versuchen ihr Bestes und greifen auf Altbewährtes zurück.  – Ohne Erfolg.

Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Dabei beginnt die Suche nach dem Traumbewerber von heute viel näher als man glaubt. Vielleicht sogar zu nah: In uns selbst. Bevor ich nämlich verzweifelt ausrufe „komm zu mir!“ muss ich wissen, wer ich bin. Denn die Antwort der Generation Why auf meine Frage lautet, „warum du?“  Habe ich darauf keine Antwort, die überzeugt, werde ich keinen anlocken können. Lautet meine Antwort, „weil ich dich gut bezahle und dir ganz viele Goodies gebe“, bekomme ich genau diejenigen Bewerber, die mit möglichst wenig Anstrengung, möglichst schnell ans Monatsende kommen möchten um dann möglichst viel Gehalt von mir zu bekommen. Aber: Willst du die?!

Wie schafften es also KMUs Menschen anzuziehen, die an das glauben, an das ich glaube? Menschen, die gerne mit mir arbeiten? Menschen, die mehr geben als man von ihnen erwartet? Menschen, die für das was sie tun, brenne? Menschen, die mein Unternehmen voranbringen?

Durch teure Schulungen? Ein tolles Entwicklungsmanagement? Karrieremöglichkeiten? Ein kostspieliges Personalmanagement? Eine teure Arbeitgebermarke? Nein. Auch hier liegt die Antwort wieder näher als man denkt: Mit uns selbst. 

„Wenn du ihre Köpfe erreichen möchtest, sprich aus deinem Kopf. Wenn du ihre Herzen erreichen möchtest, sprich aus deinem Herzen.“ – Laotse


Der gesunde Mensch möchte Gutes tun. Darum engagieren sich bundesweit über 31 Mio. Menschen in Vereinen und gemeinnützigen Organisationen. Sie arbeiten freiwillig und unentgeltlich, weil dort ihre Bedürfnisse nach Anerkennung, Zufriedenheit, Glück und dem Wunsch nach Gemeinschaft erfüllt werden. Dort gibt es kaum Hierarchien, sie werden als Menschen wahrgenommen und geschätzt, ihr Engagement können sie frei nach ihren stetig ändernden Bedürfnissen anpassen, ihr Wort hat Gewicht, der Zusammenhalt ist stark und sie kämpfen für eine Gute Sache – und nicht für das Portemonnaie des Chefs.

 

Immer mehr junge Unternehmen haben es verstanden:


  • Der Mensch möchte nicht nur Mitarbeiter sein, sondern Mensch. Er sehnt sich nach Ganzheitlichkeit.
  • Der Mansch möchte selbst bestimmen und mitbestimmen und seine Stimme soll nicht nur gehört werden sondern gleich viel Gewicht haben wie die der Kollegen. Er sehnt sich nach Selbstführung.
  • Der Mensch möchte einen Sinn sehen in dem was er tut. Er möchte, Teil von etwas Großem sein und sich emotional mit der Sache verbinden. Er sehnt sich nach einem übergeordneten Sinn.

Unternehmen wie Heiler, Einhorn, FREITAG, Upstalsboom machen es vor und das mit großem Erfolg: Fluktuation über Jahre von 0%, Wartelisten und zig Initiativbewerbungen von Top-Bewerbern.

Unser Mittelstand muss endlich loslegen!

Die Grundlage der Ausreden fürs Nichtstun, wird immer dünner. Die steigenden Fluktuations-, Ausfall- und Burnout-Zahlen und Beispiele von Unternehmen die erfolgreich transformiert haben, sprechen für sich. Nun gilt es, die Hände aus dem Hosensack zu holen und endlich loszulegen.

Loslegen nicht bei den Skills, Methoden, ein bisschen Scrum und Digitalisierung, sondern bei mir in der Tiefe. Wir brauchen Antworten auf Fragen wie:


  • Wer sind wir und warum gibt es uns?
  • Mit welchen Menschen möchten  wir zusammenarbeiten?
  • Warum sollte unser Traumbewerber bei uns arbeiten wollen?
  • Was können wir unseren Traumbewerbern bieten?
  • Wie weit können wir unsere Gewohnheiten und Strukturen hinterfragen und ändern?

Das billigste Recruiting? Mitarbeiter die nicht gehen!“

Recruitment gehört größer gedacht: Sätze wie, „Die Personalabteilung soll sich darum kümmern", „das ist nicht meine Verantwortung“, „die haben uns den falschen Mitarbeiter gebracht…“ haben in modernen Unternehmen keinen Platz.

Das Einstellen neuer Kollegen geht jeden einzelnen etwas an. Damit das so gesehen und gelebt wird, muss sich die Miteigentümerschaft im Unternehmen erhöhen, spricht die emotionale Bindung untereinander und mit dem Unternehmen verstärken.


Die Basis dafür ist, dass nicht nur miteinander gearbeitet wird– sondern füreinander.

Diese Entwicklung der Haltung geht nur durch Bewusstwerdung und ist höchst wirkungsvoll und nachhaltig.


Machen Sie den Selbsttest – wie emotional gebunden sind Ihre Mitarbeiter?


Von 1 bis 10, wo liegt Ihr Team?

  1. Die Menschen sind begeistert, wenn sie montagmorgens an ihren Arbeitsplatz kommen.
  2. Die Menschen erledigen ihre Aufgaben, ohne von jemandem kontrolliert zu werden.
  3. Die Menschen kennen den ZDE /WARUM des Unternehmens (Abteilung, Firmenzweig..)
  4. Die Menschen wissen, wie ihre Tätigkeit dazu beiträgt, den ZDE des Unternehmens zu erfüllen.
  5. Die Menschen erfüllen ihren eigenen ZDE mit der Tätigkeit, für die sie bezahlt werden.

Fazit

Unternehmen, die an sich und ihre Zukunft glauben, müssen neue Wege gehen. „So wie bisher“ funktioniert schon lange nicht mehr. Sämtliche Vertuschungs- und Entschleunigungsversuche sind wirkungslos. 


Wer gute Leute in sein Unternehmen holen und sie lange halten möchte – was höchst wirtschaftlich ist – muss bei sich selbst beginnen. Ein Fragesteller, der von außen kommt und Gewohnheiten und Strukturen kritisch hinterfragt, ist Gold wert. Nehmen Sie Ihre Mitarbeiter mit auf diese Reise der Selbstfindung und machen Sie sich auf einen gewaltigen Motivationsschub gefasst.

Dann nämlich, wenn der Mensch wieder sich selbst sein darf, sein Wort Gewicht hat und er einen Sinn in dem sieht was er tut, dann sprüht er vor Eifer und Tatendrang – in Ihrem Sinne.