NEWS

11.10.2021

Nur für die ganz Mutigen: Transformation zur Selbstorganisation




Immer wieder stelle ich fest, dass der Wunsch zur Businesstransformation groß ist: Meine Webinare sind randvoll, viele Fragen werden gestellt, die angebotenen Vertiefungsgespräche werden gebucht und die Geschäftsführer lassen sich gerne lange und ausgiebig beraten.

Sie merken, dass sie selbst es sind, die Wandel aktiv mitgestalten können und besuchen die Seminare für die Führungskraft im Wandel. Und doch stolpern viele auf dem Weg zur Umsetzung - oft über sich selbst, warum?

Die Angst nimmt überhand. Sorgen kommen auf. Die Minen verfinstern sich. Blockaden setzen ein…

Plötzlich drehen sich Gespräche stundenlang um die Charaktere einzelner Mitarbeiter, die Frage steht im Raum, wer bleibt und wer das Unternehmen wohl verlassen könnte. Die Angst ist da, dass Risse im Team noch größer werden und Unzufriedenheit aufkeimt.

Auf einmal nämlich scheint das höchst fragile Kartenhaus, das über Jahre mühevoll mit vielen Pflastern zusammengeklebt wurde, ins Wackeln zu geraten.

Wenn die bisherige Strategie der Geschäftsführung es war, Probleme oberflächlich zu behandeln, weg zu sehen oder unter den Teppich zu kehren, kann die Aufdeckung durch die Transformation durchaus die eine oder andere Überraschung zu Tage fördern.

In diesem Artikel zeige ich, warum diese Angst unbegründet ist, vorausgesetzt Transformation wirkt aus der richtigen Haltung heraus und welche Eigenschaften eine Führungskraft braucht, um das Team erfolgreich zu transformieren.

Loslassen

Wer bist du, dass du meinst, alles in der Hand zu haben? Hast du wirklich so viel Macht und Einfluss wie du dir das einredest? Und… tust du dir und den anderen damit einen Gefallen?
Nach einer der 4 Grundprinzipien von Bewusstseinscoach Katrijn van Oudheusden „werden wir gelebt“.
Wir meinen, Entscheidungen selbst zu treffen und unser Leben selbst zu gestalten, doch stimmt das wirklich? Oder wird uns das von unserem Ego eingeredet, um uns wichtig, mächtig und unabdingbar zu fühlen? Was wäre, wenn wir uns komplett ausklinken aus dem Geschehen, die Menschen in unseren Unternehmen machen lassen und wir als stiller Beobachter und Befürworter einfach teilnehmen?

„Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt“

Wer Kinder groß zieht weiß wovon ich rede: Wer hat sich Kindererziehung und Familienleben nicht auch in den schönsten Farben ausgemalt und feststellen müssen, dass alles ganz anders gekommen ist als geplant? Oder die eigenen Zukunftsideen die in Kinder projizieren wurden um fest zu stellen, dass diese genau das Gegenteil davon machen?

Ist es also nicht utopisch, zu meinen, dass wir alles kontrollieren können? Was würde passieren, wenn wir mutig genug wären und einfach loslassen?

  1. Unser EGO (Eliminate God Out) würde laut aufschreien! Denn was passiert mit dem eingebildeten Ich, wenn es nicht genährt wird? – Es verhungert.
  2. Wir fühlen uns verloren: Wer bin ich, wenn ich nicht der bin der ich meine zu sein?
  3. Es wird ruhig: Kein ich muss, kein ich sollte, kein ich bin, keine Gedanken – totale Ruhe.
  4. Flow setzt ein: Ich bin voll präsent, im Hier und Jetzt, erlebe Hingabe, pures Glück, Leidenschaft und Kreativität, Raum entsteht, - ich bin im Flow.

Vertrauen

Merken Menschen ob ihnen vertraut wird oder nicht? Und merken sie, ob man nur so tut als würde man ihnen vertrauen? Ich behaupte ja und ja.
Und sie reagieren darauf indem sie sich diese Vorahnung beweisen möchten und das vermeintlich gespielte Vertrauen prüfen. Was dann passiert, sind Machtspielchen, Kindergarten und eine wachsende Misstrauenskultur… Etwas, auf das jeder sowohl privat wie beruflich verzichten kann.

Doch wie schaffen wir es, eine Vertrauenskultur aufzubauen? Indem wir bei uns selbst anfangen, loslassen, unseren Fokus auf das Positive legen und unsere Mitmenschen wissen lassen, wie sehr wir ihnen vertrauen: …. Ist das wirklich so? Oder sage ich das nur?

Ich höre in mich hinein, welche Glaubenssätze haben sich verankert? Warum? Wie kann ich damit umgehen?

Narben die durch Vertrauensbruch entstanden sind, sind da. Wir können sie nicht einfach übersehen. Darum ist es wichtig, diese wahrzunehmen, ihnen aber keine Macht zu geben, unsere Zukunft zu gestalten. Doch wie geht das?

In meinen Webinaren haben wir gelernt: Transformation beginnt immer mit einer Frage. Wie wäre es also, wenn wir unsere Mitarbeiter bitten, uns zu helfen, unser Vertrauen in sie zu stärken?
  • Stellen wir uns vor, wir würden sie wissen lassen, wie wichtig uns gegenseitiges Vertrauen ist und dass wir uns vorgenommen haben, an unserem Vertrauen in sie zu arbeiten.
  • Stellen wir uns vor, wir würden sie wissen lassen, dass unser Vertrauen in der Vergangenheit verletzt wurde, wir dies aber nicht zum Anlass nehmen möchten, kein Vertrauen ineinander zu haben.
  • Stellen wir uns vor, wir würden sie aufrichtig um ihre Unterstützung bitten, uns dabei zu helfen, unser Vertrauen wieder aufzubauen und…
  • stellen wir uns vor, wir würden sie fragen, wie wir sie dabei unterstützen können, ein tiefes Vertrauen untereinander zu schaffen.


Ich weiß…. Dazu gehört Mut …. und unser EGO hat hier gar nichts zu melden. Respekt, wer das geschafft hat - das ist Servant Leadership.

Raum geben

„…für sowas haben wir keine Zeit, wir müssen arbeiten!“  - Willkommen im Hamsterrad.


Ist Entwicklung gewünscht, braucht es Raum und Zeit. Wie schnell haben unsere Kinder laufen gelernt? Ging das vom ersten Krabbelversuch zum endgültigen Laufen nicht monatelang? …. Was war unsere Rolle während dieses Prozesses? Waren wir nicht Hilfesteller, Aufmuterer, Stärker, Tröster, Zusprecher, Unterstützer …?

Und genau das ist unsere Rolle als Führungskraft eines selbstorganisierten Teams. Wir sind Raumgeber in erster Linie, wir sind Möglichmacher und vor allem eins: Loslasser.


Das braucht Mut.

Stärken

Fakt ist, starke Menschen, machen starke Teams und die machen starke Unternehmen. Unser Fokus gilt darum der Stärkung der Individuen im Unternehmen. Wo man sich bisher auf die fachliche Stärkung mit einem „Personalentwicklungsangebot“ fokussiert hat, steht bei mir die Bewusstseinsentwicklung im Fokus.

„Perlen vor die Säue“…, weißt du was ich meine?

Was nützen uns die besten Lehrer und das attraktivste Kursangebot, wenn die Menschen in unseren Unternehmen gar nicht wollen? Warum sollten sie sich für ihren Arbeitgeber weiterentwickeln wollen? Damit sie produktiver werden? Schneller? Effizienter? Sie weniger Fehler machen?

Unter uns: Menschen sind Egoisten: Sie fragen sich permanent, „Was bringt mir das persönlich?“

Haben wir darauf keine Antwort, wird’s schwer mit dem wollen. Eins ist klar, der gesunde Mensch möchte sich entwickeln, jedoch nur, wenn er einen Sinn und einen persönlichen Mehrwert darin sieht.

Die Entwicklung von Bewusstsein ist darum die win-win Lösung. Menschen lassen sich freiwillig darauf ein, denn sie haben sofortige sowohl private wie berufliche Vorteile. Durch die Erweiterung von Bewusstsein stärken sie ihre Teams und dadurch das gesamte Unternehmen. Und wie? Durch ein positives Mindset, mehr Lösungsfokus, einer hohen Motivation, Spaß an dem was sie tun, Kommunikationskompetenz, Kundenfokus und Klarheit – nur um einige zu nennen.

Ein Invest in das Bewusstsein der Mitarbeiter braucht Weitsicht, Vertrauen und …. Mut.

Selbstreflektion

Stellen wir uns einen Spiegel vor in den wir schauen. Gefällt uns unser Spiegelbild nicht, macht es da Sinn, am Spiegelbild herum zu polieren? Viele Führungskräfte machen genau das, sie versuchen ihre Tams zu ändern ohne sich selbst ändern zu wollen.

Mein Spruch ist: „Dein Team ist das Spiegelbild von dir selbst. Du hast genau das Team, das du verdienst. Bist du nicht happy mit dem was du montagmorgens im Büro antriffst, dann ändere dich.“ 


Und das braucht Mut.

Fazit

„Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“. Starke Eltern haben starke Kinder, oder? Wir widmen unseren Fokus darum mehr dem Baum als dem Apfel. Transfercoaching ist ein unerlässliches Instrument um den Menschen hinter der Führungskraft in der Neufindung ihrer Führungsrolle zu unterstützen.

Denn, wo abgegeben wird, entsteht eine Lücke. Wird diese nicht durch neue sinnvolle Aufgaben gefüllt, entsteht ein Vakuum, was die gesamte Transformation ausbremsen kann. Was macht ein Chef, der zwar abgeben möchte, jedoch nicht weiß wer er ist, wenn er nicht mehr benötigt wird? Er findet Arbeit, er sucht Fehler, er findet Schwachstellen… alles was ein sich transformierendes Team nicht gebrauchen kann.

Mut ist lernbar – durch das Entwickeln von Bewusstsein. Gemeinsam mit einem externen Coach stärken wir den Stärker, trainieren wir den Trainer und führen den Führer in seine neue Rolle.

Lass dich drauf ein, entscheide dich demütiger Haltung dafür, zuerst an dir selbst zu arbeiten: Für dich, für euch und für eure Zukunft.


Das braucht Mut.